Tallinn

Auf kleinen und großen Spaziergängen durch die bunten und vielfältigen Viertel läßt sich diese schöne Stadt am Meer ganz wunderbar entdecken. Los geht es in Kalamaja, dem ehemaligen Fischerdorf, das heute eines der hippsten Viertel Tallinns ist. Die bunten Holzhäuser machen einfach gute Laune.

Postkarten,Tickets, Fleyer, Visitenkarten und ähnliches werden schon mal fürs Reisejournal gesammlt.

Telliskivi ist das kreative Zentrum dieses Viertels und befindet sich in einer alten Industrieanlage. Hier finden Kunst- und Kulturveranstaltungen statt, es gibt Museen, Galerien, viel Streetart und jede menge Geschäfte und Bars und Restaurants.

Auch die Markthalle Balti Jaama Turg, in der man auf drei Etagen Kullinarisches, sowie Handwerk und schönen Trödel findet und die ehemaligen Fabrikhallen in denen Antikhändler ihre Waren anbieten und findet man nahe dem Kreativcampus Telliskivi.

In einem Hostel in der Altstadt habe ich ein Zimmer und auch hier kann ich die Kamera kaum aus den Händen legen. Die mittelalterlichen Mauern versetzen einen in eine längst vergangene Zeit…

Auch wenn ich nicht der allergrößte Ostseefan bin, ein Strandtag darf dennoch nicht fehlen…

Hier lässt es sich aushalten und ein wenig vom Sightseeing erholen.

Zurück in der Stadt, folgt das absolute Kontrastprogramm, mit einem Besuch des Patarei Gefängnis. Ursprünglich eine Festung wurden die Mauern ab 1918 zu einem der schrecklichsten Orte, die man sich nur vorstellen kann…darüber wieviele Menschen hinter diesen Mauern gefoltert wurden und für immer verschwanden, gibt es höchstens Dunkelziffern.

Ab 1941 wurde das Gefängnis zum Konzentrations- und Arbeitslager der Nazis. Zwei Jahre später übernahm Russland das Gefängnis und die Schreckensjahre gingen weiter. Man kann heute viele Teile des Gebäudes besichtigen. Von den Vergitterten Freigängen und Hundezwingern über Verhör-Räume und Büros, Zellen in denen noch zum Teil bezogene Betten stehen, andere in denen unfassbar viele Menschen zusammen gepfercht wurden und jahrelang ohne Tageslicht vegetierten, denn als 1980 die olympischen Spiele an Moskau gingen, wurde der Segelwettbewerb in Estland ausgetragen. Damit die Gefangenen nicht auf sich aufmerksam machen konnte, wurden die Zellenfenster zur Meerseite mit Platten verschlossen und auch nach den Spielen nicht wieder entfernt. Sie blieben 22 Jahre an Ort und Stelle!

Dieser Ort ist, trotz des sonnigen Tages, unglaublich bedrückend. Unfassbar wie viel Grauen hier stattfand, und dass das Ende noch gar nicht so lange zurück liegt. Erst 2002 endete diese furchtbare Zeit für die Gefangenen.

Es fällt sehr schwer nach diesem Besuch wieder in eine andere Stimmung zu kommen.

Nicht weit entfernt befindet sich im Wasserflugzeug-Hangar, das estnische Meeresmuseum. Sowohl im Inneren als auch im Museumshafen, sind verschiedene Schiffe, wie ein Eisbrecher, Wasserflugzeuge, ein U-Boot und einiges mehr zu besichtigen.

Und wieder jede Menge Streetart.

Ein Treffpunk am Abend, ist die Stadthalle direkt am Meer. Der Vergleich mit einem Maja-Tempel von dem ich immer wieder gelesen habe, ist für mich nur schwer nachzuvollziehen…und auch unter Dornröschenschlaf stelle ich mir etwas romantischeres vor, als diesen verfallenen Betonkoloss. Aber die Aussicht und die vielen Streetartwerke rings um sind dennoch sehenswert ;0)

Die Fotos auszuwählen und die richtigen Worte zu finden fiel mir diesemal ziemlich schwer. Tallinn ist eine so schöne bunte, quirllige, maritime und auch entspannte Hauptstadt. Gleichzeitig gibt es aber auch so düstere Orte die noch heute sehr bedrücken… Womit fängt man da am besten an, womit endet man?

Ich hoffe ich konnte euch ein Gefühl für diese Stadt vermitteln und eure Neugier wecken und habe euch nicht abgeschreckt, denn diese Stadt ist eine Reise wirklich wert!

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…dem Wanderfrosch auf dem Mühlenweg

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