Japanliebe und Schreibwarenliebe
Meine Japanliebe kam schleichend. Zunächst war da meine große liebe für Schreibwaren und für das Traveler Notebook, ein Notizbuchsystem aus Japan. Es gibt außerdem viele japanische Künstler die wunderschöne Stempel entwerfen, Washitape, besondere Papiere und vieles mehr. Ich habe angefangen Bücher zu lesen über japanische Handwerkskunst und Reisevideos zu schauen. Dann kam der Wunsch selbst nach Japan zu reisen, das Land kennen zu lernen und durch die wunderbaren Schreibwarenläden zu stöbern…
Meine erste Japanreise führte mich im Sommer nach Tokyo, vielleicht wettertechnisch nicht die beste Entscheidung, mit der extremen Luftfeuchtigkeit und den Temperaturen um die 38 Grad ist ein Spaziergang durch eine Großstadt eine echte Herausforderung, aber ich hatte Zeit und Lust und die Flüge waren auch günstig. Schnell noch ein Hostel gebucht und los ging mein Traum.
In diesem Beitrag wird der eine oder andere Shop erwähnt oder ist auf den Bildern zu sehen, dabei handelt es sich nicht um bezahlte Werbung.
Angekommen bin ich am Abend in Tokyo. Ein Hostel, im Bücherviertel Jimbocho, sollte mein Zuhause für die nächsten zwei Wochen sein. Und fast jeden Abend habe ich noch eine kleine Büchertour durch die Strassen des Viertels gemacht. Auch wenn ich die meisten Bücher nicht lesen konnte, alleine der Anblick der Bücherregale in den Gassen und die vielen kleinen Buchläden und Antiquariate mit all den stöbernden und lesenden Menschen davor, hatte einen ganz besonderen Zauber.
Auch das eine oder andere kleine Papierlädchen habe ich bei meinen abendlichen Spaziergängen entdeckt, man kann sowohl hübsches Origamipapier, als auch wunderschöne handgeschöpfte Papiere und Tuschepinsel finden.
Am nächsten Morgen ging es dann in Richtung Innenstadt, vorbei am Kaiserpalast, zur Train Station.
Hier im Bahnhof befindet sich unter dem Gebäude eine kleine Welt für sich.
Zahlreiche Restaurants und Shops warten hier auf die Reisenden. Mein Ziel war die Travelers Factory, die hier einen kleinen Laden, mit ausgewählten Produkten und einer Sonderedition des Travelers Notebooks der Train Station Edition, hat.
Auch in einer nahegelegenen großen Buchhandlung gab es eine Schreibwarenabteilung und ich habe mich gleich mit Washitape, Stempeln und Notitzbüchern eingedeckt. Es ist wie im Schlaraffenland, all das was man übers Internet, für zum Teil unfaßbare Preise teuer aus Japan bestellen kann, bekommt man hier zum Einen vieeeeeel günstiger, zum Anderen ist die Auswahl einfach überwältigend! Es ist ein Gefühl, wie als Kind im Spielwarenladen.
Nicht weit entfernt liegt der Stadtteil Ginza. Hier gibt es viele exklusive und teure Geschäfte. Mich hat es jedoch in ein mehrstöckiges Schreibwarentraumland gezogen…
Bei Itoya gibt es acht Stockwerke mit Schreibwaren und jedes Stockwerk ist einem Bereich wie, Papier oder Füller oder Stempeln gewidmet…einfach unglaublich!
Das schöne an diesem Schreibwarentempel waren aber nicht nur die Produkte, sondern auch die angenehme Kühle ;0)
Auf dem Weg durch die Stadt, sind mir immer wieder Lufterfrischer und Wasserspiele voller planschender Kinder begegnet. Auch hatte in der U-Bahn, gefühlt jeder ein Tuch zur Hand um sich immer wieder das Gesicht trocken zu tupfen, oder gleich einen kleinen Ventilator auf seinem Smartphone.
Zwischendurch habe ich die schattenspendenden Parks und die Schreibwarenlädchen aber auch mal verlassen, um etwas mehr von der Stadt zu sehen. Vom 280m hohen Mori Tower in Rippongi hat man zum Beispiel eine grandiose 360 Grad Aussicht über die Stadt und auf den Tokyo Tower…
Und auch aus der Nähe wollte ich den rot-weißen Eifelturm natürlich sehen…wußtet ihr, dass er sogar 9m höher ist, als das Original?
Sonntags ging es auf den Oedo Antique Market, einen der größten Flohmärkte Japans. Er findet jeden ersten und dritten Sonntag im Monat vor dem International Forum statt und ist eine wahre Fundgrube für kleine Schubladenschränkchen, Holzmasken, Figürchen für den Schreibtisch und vieles mehr. Wie sehr habe ich mir einen großen Container gewünscht, den ich mit all den Schätzen füllen und nach Hause verschiffen könnte…
Leider ging dieser Wunsch nicht in Erfüllung :0(
Ein faszinierender Ort ist auch Shibuya, mit der weltbekannten und wohl meistfotografierten Kreuzung.
Gleich nebenan befindet sich der Stadtteil Harajuku. Hier findet man verrücktes Essen, verrückte Klamotten, Automaten und Fotokabinen in denen man zum Japanmädchen wird…
Und jetzt nicht lachen!!!
;0)
Und sorry, die Qualität Bilder ist leider nicht die Beste, aber ich wollte sie euch nicht vorenthalten…
Na schön, man darf hier lachen ;0)
Ein Tag war natürlich auch für die Traveler`s Factory in Nakameguro reserviert :0)
Im unteren Stockwerk findet man die Travellers Notebooks, passende Inserts in verschiedensten Variationen, passende Stifte, Klammern, Sticker, Stempel, Taschen und viele Reiseaccessoires. Alles was mein Herz höher schlagen lässt.
Im oberen Stockwerk befindet sich eine kleine Werkstatt, in der man sein Traveler´s Notebook personalisieren lassen kann, und es finden hier auch immer wieder Veranstaltungen statt.
Bevor das ganze Reisebudget in Schreibwaren investiert war, ging es aber weiter durch Tokyo.
Egal ob man sich einfach durch die Strassen treiben lässt, einen der vielen Tempel und Schreine besucht oder nur in einen Supermarkt geht…alles ist spannend und interessant.
Auch ein Besuch des größten Fischmarktes der Welt ist ein Erlebnis! Tausend Tonnen Fisch und Meeresfrüchte wechseln hier den Besitzer und große Thunfischauktionen finden hier statt. 120 Besucher dürfen, knapp eine halbe Stunde lang, diesem Spektakel beiwohnen.
Im Outer Market kann man, von 10.00 bis 15.00 Uhr, selbst Fisch und anderes für die Küche kaufen oder an den zahlreichen Ständen etwas essen.
Beeindruckend ist auch der Tokyo Skytree, hinauf gefahren bin ich aber nicht, ich habe ihn von unten bewundert und mir in einem der Bäckereien ein Schokocroissant gegönnt, dass ich genüsslich verspeisen wollte…
…leider hab ich erst beim Essen bemerkt, dass sich im Inneren des Backwerks nicht Schokolade, sondern ein Würstchen befand… :0(
Im Westen Tokyos befindet sich der Stadtteil Shimokitazawa hier hat es mir auch sooo gut gefallen, hier reiht sich ein Secondhand Lädchen an das Andere, es gibt Streetart, zumindest ein bisschen, und eine chaotisch entspannte Atmosphäre.
Tatsächlich habe ich auch zwei Regentage erwischt, besonders viel Abkühlung brachten sie aber leider nicht.
Dafür habe ich über das Angebot an Schirmen gestaunt. Es gibt Schirme für Sonnenschein, andere für Regenwetter, Schirme für den Alltag und für besonders Schöne mit Spitzenbordüre und kunstvollen Stickereien…
Und auch das Schuhwerk wird dem Wetter angepasst. Nicht mit bunten Gummiestiefeln, sondern die Bürovariante im Gummieformat.
Natürlich war mir klar, dass man nicht nach Tokyo geht um Badeurlaub zu machen, aber die Hitze war wirklich drückend und Tokyo liegt schließlich am Meer…ob es da nicht doch irgendwo einen Strand gibt…
…gibt es, nur ins Wasser darf man hier leider nicht :0(
Deshab habe ich mir überlegt für einen Tag raus aus der Stadt zu fahren, und einen Strandtag einzuschieben. Wie schwierig sich dies dann aber gestaltet hat, würde diesen Beitrag sprengen. Ich werde euch aber in einem der folgenden Beiträge neben Ausflugstips rund um Tokyo gerne davon erzählen.
In Tokyo gibt es übrigens nicht nur den Eifelturm, sondern auch die Freiheitsstatue!
Mit diesem Foto verabschiede ich mich nun von Tokyo und hoffe auf ein baldiges Wiedersehen. Über Tips für Schreibwarenläden in Tokyo oder anderen japanischen Städten für eine zukünftige Japanreise, würde ich mich rießig freuen. Schreibt sie gerne in die Kommentare.